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Sauberkeit & Markieren

Während Hundewelpen mit viel Geduld zu Sauberkeit erzogen werden müssen, sind Katzen angeboren sauber. Solange die Jungtiere das Nest noch nicht verlassen, wird der Absatz von Urin oder Kot nur durch das Lecken der Mutter ausgelöst. Sobald sie anfangen herumzukrabbeln benutzen sie das Katzenklo schnell selbst.

Eine “Erziehung zur Sauberkeit” ist daher im Normalfall nicht nötig und auch nicht möglich. Ist eine Katze nicht bereit das angebotene Katzenklo zu benutzen muss die Ursache ergründet werden. Erziehungsmaßnahmen wie das Strafen indem man sie mit der Nase hineinstups verstören das Tier nachhaltig und verstärken das Fehlverhalten eher.

Diese Checkliste kann helfen:

1.Ist die Toilette geeignet? (Standort, Größe, Streu, Geruch, Gewohnheit, Reinigungsmittelgeruch)

2. Handelt es sich um potente Katzen (Rolligkeit !) oder Kater (Spritzmarkieren )?
3.Handelt es sich um chronische oder akute Depressionen durch ungeeignete Haltungsbedingungen/ Veränderungen der Umwelt?

Die Toilettenfrage ist recht einfach zu lösen - manchmal genügt es schon etwas gebrauchtes Katzenstreu unter das saubere Streu zu verstecken, um die Funktion der Katzentoilette zu erklären.

Fehlt das Scharren bei Betreten der Katzentoilette benutzt man möglicherweise ein Streu, dass von dieser Katze nicht akzeptiert wird. Bei unseren Orientalen zählt man eine Toilette für 2 Tiere - bei Unsauberkeit kann es ratsam sein jedem Tier eine Toilette zur Verfügung zu stellen.

Spritzmarkieren ist eine Form von Unsauberkeit, die bei geschlechtsreifen Katern auftritt. Sie setzen den Urin außerhalb der Toilette ab - meist im Stehen mit hochgerecktem Hinterteil und senkrecht erhobenen Schwanz, der sich während des Spritzens zuckend bewegt. Da es erst mit Erreichen der Geschlechtsreife auftritt und in der Regel nach dem Kastrieren verschwindet, hat es eine sexuelle Bedeutung und markiert das Revier des potenten Katers.

Es scheint einer Form der Nachrichtenübermittlung zu dienen, die instinktgeleitet ist. Wird ein potenter Kater in der Wohnung gehalten, muss er dort seine Triebentlastung finden - auch entgegen jeder Form von Erziehungsmaßnahme. Rechtzeitige Kastration (9Monate) verhindert, dass dieses Verhalten zur Gewohnheit wird. Soll der Kater noch nicht kastriert werden, weil er z.B. in absehbarer Zeit eine Katze decken soll, kann eine Behandlung mit Gestagenen oder Progestergenen vorübergehend helfen.

Das Urinabsetzen weiblicher Katzen ist seltener und viel unauffälliger, weshalb es meist von den Besitzern kaum wahrgenommen wird. In den meisten Fällen lässt sich ein direkter Zusammenhang mit der Rolligkeit feststellen. Auch hier ist ein Aberziehen nicht möglich. Eine Kastration beseitigt das störende Verhalten sofort, ansonsten verschwindet es meist mit Abklingen der Rolligkeit.

Gegenüber den ersten meist einfach zu beseitigenden Ursachen der Unsauberkeit, lässt sich eine echte Verhaltensstörung nicht so einfach korrigieren. Einfach ausgedrückt ist eine unsaubere Katze eine unglückliche Katze. Die Frage ist nun wodurch dieses “Unglück” der Katze ausgelöst wird. Jede Art von Strafen verstärken die Unsauberkeit. In schweren Fällen, wenn also schwerwiegende Haltungsfehler zur Unsauberkeit geführt haben, kann selbst ein Besitzerwechsel mit verständnisvollen Händen und geeigneter Umgebung die Instinkthandlung erst nach langer Zeit wieder normalisieren, nachdem endlos Pfützen aufgewischt und Teppiche gewaschen wurden. Manche Katzen finden nie zu den normalen Verhaltensweisen zurück und geradezu unheilbar erweisen sich die Fälle, in denen das Tier bei dem Besitzer verbleiben muss, der die Verhaltensstörung verursacht hat.

Die Aussichten sind besser, wenn die Unsauberkeit auf Umweltveränderungen beruhen, die die Katze förmlich als “Schicksalsschlag” empfindet wie der Verlust einer Mitkatze oder eines Menschen oder die Eifersucht auf ein neu hinzugekommenes Tier - Hund oder Katze. Gefürchtet sind auch plötzlich auftauchende Kinder (z.B. vom Nachbarn), die dem Tier seine gewohnte Ruhe nicht lassen, während es mit Babys, die langsam in die Familie hineinwachsen kaum Probleme gibt. Neben den Mitbewohnern kann auch die Veränderung des Tagesablaufes, ein Wohnungswechsel, Umstellung oder Abschaffung von Möbelstücken die Geborgenheit stören.

Katzen mögen z.B. keine geschlossenen Türen - besonders dann nicht, wenn sie die Räume zuvor bei ihren Inspektionsgängen betreten durften. Manchmal wird der Urin scheinbar demonstrativ vor der geschlossenen Tür abgesetzt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine bewusste Trotzhandlung, quasi um den Besitzer zu erpressen und damit den Ausgang zu erzwingen . Das Liegenlassen von Kot oder Urin dient einer freilebenden Katze dazu ihr Revier zu markieren. Die eingesperrte Katze versucht instinktiv - nicht bewusst handelnd - ihr plötzlich eingeschränktes kleineres Revier stärker abzusichern. Strafen sind also sinnlos und verstärken die Unsauberkeit. Vermehrte Zuneigung erleichtert es dem Tier mit den veränderten Gegebenheiten fertig zu werden, die Unsauberkeit lässt mit abnehmendem Stress i.d.R. nach.

Zu Erfolg kann es auch führen, wenn man vorübergehend eine zusätzliche Katzentoilette an der bestimmten Stelle aufgestellt, an der bevorzugt abgesetzt wird. Wird das angenommen, kann man mit der Einrichtung zentimeterweise wandern bis die Toilette an einem günstigeren Platz stehen bleiben kann. Ein anderer Versuch ist die Einrichtung eines Futterplates an eben jener Stelle. Die Futterschale muss auch nach dem Leeren stehen bleiben, damit die Stelle eindeutig als Futterplatz tabu für Unsauberkeit ist. Übrigens animiert der Geruch von einmal verunreinigten Stellen zur Wiederholungstat. Man sollte keinesfalls salmiakhaltige Desinfektionsmittel nutzen, da sie das Problem nur noch verschlimmern, sondern enzymhaltige Einweichmittel - zusätzliche Geruchsvertilger “verwittern” die Stelle.