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Zahngesundheit

Zahn- und Zahnfleischbeschwerden gehören mittlerweile zu den häufigsten Problemen mit dem der Tierhalter konfrontiert wird. Spätestens ab einem Alter von 2 Jahren sollten die Zähne beim Gesundheitscheck des Tierarztes regelmäßig kontrolliert werden.

Das Milchgebiss der Katzen hat 26 Zähne. Die hinteren Mahlzähne haben keine Milchzahnvorgänger, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen: Das bleibende Gebiss der Katzen hat 30 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I) und einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C). Im Oberkiefer sind 3, im Unterkiefer nur 2 vordere Backenzähne (Prämolaren, P) ausgebildet. In jeder Kieferhälfte ist nur ein hinterer Backenzahn (Molar, M ) vorhanden.Graphisch lässt sich diese Zahnformel so ausdrücken:
3 1 3 - 3 1 3 (26) 2 1 3 3 1 2 1 3 1 3 - 3 1 3 1 oben (30) 1 2 1 3 - 3 1 2 1 unten

Da Katzen Beutetierfresser sind, können sie auf Fleisch nicht verzichten. Im Verhältnis zum Körpergewicht ist der Proteinbedarf einer Katze siebenmal höher als der des Menschen. Die essentielle Aminosäure Taurin ist in tierischen Geweben vorhanden. Hunde können diese Aminosäure selber bilden, Katzen nicht. Darum darf man auf keinen Fall Hundefutter an Katzen verfüttern, da sie dadurch Taurinmangel erleiden können. Mit zehn Mäusen am Tag hätte eine Katze alles, was sie braucht: Fleisch, Getreide, Pflanzen, Mineralien, Spurenelemente, Fette und Vitamine.

Allerdings sind die meisten Menschen darauf angewiesen Fertignahrung zu kaufen, um den Nährstoffbedarf ihrer Katzen zu decken. Hier beginnt leider das Problem - denn unmittelbar mit der Ernährung hängt die Bildung des Zahnbelages zusammen. Insbesondere die Orientalen neigen im erhöhten Maße dazu Zahnstein zu bilden - nicht zuletzt aufgrund ihres Fressverhaltens. Häufig findet man unter Orientalen Katzen wie unseren Balu, die nicht kauen sondern baggern. Balus Zähne zeigen deshalb leider auch einen entsprechenden Verfall. Im Gegensatz zu seiner Schwester Bagheera, die gemächlich kauend ihr Futter vertilgt und wunderschöne Zähne hat, hat Balu schon mehrfach eine sogenannte Zahnsteinbehandlung und sogar Zahnextraktionen über sich ergehen lassen müssen.

Normalerweise hat eine gesunde Katze gesunde und glänzende Zähne, die beim Jungtier noch schneeweiß sind und sich später gelblich verfärben wie bei unserem Delmiro.

Zahnausfall kann eine Folge von Zahnfleischentzündungen (rot gerändertes Zahnfleisch) sein, die zum Beispiel durch nicht entfernte Zahnbeläge entstehen. Das Zähneputzen wird oft von tierärztlicher Seite empfohlen, aber schon spätestens am 3. Tag findet man seine Katze nicht mehr, um die entsprechende Prozedur mit angeblich nach Leberwurst schmeckender Tierzahnpasta durchzuführen.

Dentisept ist ein Produkt, das regelmäßig angewendet Abhilfe schaffen soll, aber gerade mit der Regelmäßigkeit ist zumindest unser Balu nicht einverstanden. Hier hilft bei nur entsprechend hochwertiges Zahnpflegetrockenfutter (Hills Dental Care), deren Brocken in erster Linie deutlich größer sind, als andere Sorten und somit zum Kauen zwingen. Wir mischen diese Brocken in das normale Trockenfutter so dass alle davon profitieren ....müssen. Auch das “Siamese” von RoyalCanin zeigt aufgrund seiner Beschaffenheit gute Erfolge. Ansonsten kann man auch Rohfleisch (Eintagsküken o.ä.) füttern - allerdings stößt man hier wieder auf unterschiedlichste Ansichten was die Zweckmäßigkeit angeht.

Kommt es zum Zahnausfall - vor allem, wenn es sich um Backenzähne handelt - ist dies für die Katze schwierig: Das Zerkauen fester Nahrung wird erschwert oder unmöglich gemacht. Auch Trockenfutter kann nicht mehr richtig zerkaut werden. Es beginnt ein Teufelskreis: ohne intensives Kauen keine gute Zahnbelagentfernung, Zahnstein, Zahnfleischentzündung und schließlich weiterer Zahnverlust.

Wenn die winzig kleinen Schneidezähne ausfallen, was bei alten Katzen durchaus passiert, hat das nicht so schwerwiegende Folgen für das Tier Balu wird nun bald neun Jahre alt und hat mittlerweile den Verlust eines Caninus sowie diverser kleiner Schneidezähne sowie 2er Backenzähne zu beklagen. Sicherlich ist zum Teil wie bei uns Menschen eine Veranlagung nicht auszuschließen. Nichtsdestotrotz ist auch uns ein Verschulden anzulasten, haben wir doch sein Schlingen einige Jahre mehr belustigt als besorgt verfolgt : “Orientalen fressen sich ja nicht dick” - an die Zähne hatte ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht gedacht.

Ein weiterer schlimmer Fehler: Karies aufgrund zuckerhaltiger Nahrungsmittel = Karamel. Viele Sorten insbes. mit Soße/Gelee enthalten diese Zusatzstoffe. Deshalb unbedingt darauf achten, was man seinen Samtpfoten vorsetzt!

Kariöse Zähne können theoretisch von spezialisierten Tierärzten plombiert oder sogar überkront werden, in der Praxis wird man aber stark beschädigte Zähne eher ziehen. Damit es nicht soweit kommt hier eine Zahncheckliste für fortgeschrittene Zahnfleischerkrankungen:

• Mundgeruch

• Gelbbrauner Zahnstein

• “Verlorene Futterbrocken” bis hierher hilft vielleicht noch eine Futterumstellung s.o.

Ab hier wird ein Tierarztbesuch dringend :

• Gewichtsverlust
• Geschwollen Lymphknoten
• Verstärkte Reizbarkeit
• Zahnfleischbluten
• Tropfender Speichel
• Widerwilliges Fressen • Maulgeschwüre
• Lockere oder abgebrochene Zähne

Gesunde Zähne sind kein Zufall und haben auch bei Katzen nicht nur was mit Vererbung zu tun! Legen Sie schon bei einem Kitten den Grundstein für eine lebenslange Zahngesundheit. Grundsätzlich ist es nie zu spät etwas für die Zahnpflege zu tun.