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Laborwerte


Um die Aussagekraft eines Laborwertes richtig beurteilen zu können, ist die Kenntnis der Referenzwerte (Normalwerte) nötig. Am besten man hat diese Werte bereits beizeiten vom gesunden Tier bestimmen lassen und kann sie als Vergleichsgrundlage zu Rate ziehen. So geben wir den Besitzern unserer Jungtiere nach Absprache gerne ein komplettes Blutbild mit auf den Weg, damit im Falle eines Falles nicht auf sogenannte Mittelwerte (s.u.) zurückgegriffen werden muss. Unserem Veterinär liegt von jedem unserer Katzen ein solches Referenzblutbild vor und auch wir haben Kopien der Ergebnisse in den Akten der Katzen, damit wir u.U. auf diese zurückgreifen können, falls ein Tier erkrankt und unser Tierarzt nicht erreichbar ist.


Damit man die Werte notfalls auch einordnen kann folgt hier eine Zusammenstellung - die Bewertung ist natürlich dem Tierarzt zu überlassen, aber es kann nicht schaden zu wissen, wovon er redet...:


Zum Blutbild gehören:• Erythrozyten • Hämoglobin • Hämatokrit • MCV • MCH • MCHC • Thrombozyten • Leukozyten • Monozyten, • Lymphozyten • Granulozyten , die sich nochmals unterteilen in neutrohile stab- oder segmentkernige • Gesamteiweiß • Albumin • alpha-Globuline • beta-Globuline • gamma-Globuline • Kreatinin • Bilirubin • Harnstoff • Glucose Hinweis: Bitte achten Sie auf die Angabe der Referenzbereiche (Größen z.B. mg/dl oder %... ) - Sie sind oft laborspezifisch, aber auf jedem Ergebnis einsehbar!

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
Sie sorgen für den Sauersstofftransport. Der Normwert der roten Blutkörperchen beträgt 5-10 Mio /l. Erniedrigte Werte – es sind also zu wenig vorhanden (Anämie) können verschiedene Ursachen haben, wie z. B. starke Blutungen nach Unfällen oder Verletzungen, nach Vergiftungen, bei Infektionen, die die Blutbildung stören. Erhöhte Erythrozytenwerte weisen auf eine Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) der Katze hin.

Hämatokrit Vol%
Er gibt das Verhältnis der festen zu den flüssigen Bestandteilen im Blut an ( prozentualen Anteil der Erythrozyten ). Der Normwert liegt bei 27 – 47 % Erniedrigter Wert kann u. a. auftreten bei: Vergiftungen. Erhöhter Wert kann u. a. auftreten bei Austrocknung (z. B. durch Durchfall).

Hämoglobin:
Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Er bindet innerhalb der Erythrozyten Sauerstoff an seinen Eisenkern. Entweicht er aus den Zellen (Hämolyse), kann er seiner Funktion nicht mehr nachkommen

MCH
Dieser Wert (Norm: 13-17) gibt an, wie viel Hämoglobin der einzelne Erythrozyt trägt. Er ist bei manchen Arten der Anämie erhöht. Der Körper versucht mittels gesteigerter Einlagerung von Hämoglobin in den Erythrozyten deren zahlenmäßigen Mangel wieder auszugleichen.

MCV
Durchschnittliche Größe der Erythrozyten. Oft erhöht bei Anämien. Der Körper versucht den Mangel an Erythrozyten durch eine Vergrößerung der einzelnen Erythrozyten auszugleichen. Junge Katzen haben niedrigere Erythrozytenzahlen, sie sind aber bis zu 2x größer (Neugeborene) als bei erwachsenen Tiere.

MCHC
Mittlere Hämoglobinkonzentration des Einzelerytrozyten - errechnet sich aus Hämatokrit und Hämoglobin.

Blutplättchen (Thrombozyten)
• Thrombozyten sind Blutplättchen, die die wichtigste Rolle bei der Blutgerinnung bilden. Sie bilden einen Pfropfen, um das verletzte Gefäß zu verschließen. Erhöht z. B. bei Leukämie. Erniedrigt bei Blutbildungsstörungen, Herzinsuffizienz, starken Blutungen. Sind nicht genug Thrombozyten vorhanden, kann es zu Störungen der Blutgerinnung kommen

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten):
Die weißen Blutkörperchen stellen den zellulären Teil des Abwehrsystems des Körpers gegen Infektionen. Die Normwerte liegen zwischen 5.000 und 11.000 pro ml.
Dazu zählen alle weißen Blutzellen (Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten) in ihrer Gesamtheit. Sie sind z.T. Schwankungen unterworfen. Erhöht sind sie z. B. bei Stress (die Blutabnahme reicht dazu aus - Stressleukozytose vor allem bei Jungtieren), deutlich erhöht bei Infektionen, Entzündungen, Gewebszerfall, bei Leukämien oder unter Einwirkung von Cortison. Erniedrigt unter 5000 pro ml (Leukopenie) z. B. bei Blutbildungsstörungen, Schock, viralen immuinschwächenden Erkrankungen wie Katzenseuche.Das prozentuale Verhältnis der verschiedenen Zellklassen der weißen Blutkörperchen ist wichtig.

neutrophile segmentkernige Granulozyten 60 - 78 %
neutrophile stabkernige Granulozyten 0 - 4%
Eosinophile 0 - 6 %
Monozyten 0 - 5 %
Lymphozyten 15 - 38 % Diese Werte geben u. a. Auskunft über:
• Allergien u. Wurmbefall (Eosinophile vermehrt über 6 %)
• Beginnende Infektion, Cortison (Eosinophile vermindert)
• Akute Infektion (Vermehrung weißer Blutkörperchen unter Zunahme der Neutrophilen)
• Viruserkrankung oder toxische Schädigung führt zur Verminderung der Neutrophilen
• Bakterielle Infektionen u. FIP können ursächlich für zu viele Stab- und Segmentkernige sein

Gesamteiweiße sind organische Grundbausteine einer Zelle. Referenzbereich beträgt 5,7 – 9,4 g/dl.

Erniedrigte Werte können u. a. auftreten bei: Längerer Verweigerung der Nahrungsaufnahme. Erhöhte Werte können u. a. auftreten bei: Infektionen, Brustdrüsenentzündung (Milchstau). Auftrennung des Gesamteiweißes erfolgt durch eine Elektrophorese:

verschiedene Eiweißarten (Proteine):

Albumin 45 – 60 %
alpha1-Globulin 0,5 – 10 %
alpha2-Globulin 6,9 – 13,4 %
beta1-Globulin 3,6 – 10,3 %
beta2-Globulin 4,4 – 9,1 %
gamma-Globulin 11,6 – 25,8 %

Kreatinin bis 1,6mg/dl:
Kreatinin ist ein Nierenwert, der unabhängig von der Fütterung, zuverlässiger als der Harnstoff den Zustand der Nieren widerspiegelt. Er ist allerdings auch erhöht bei Dehydrierung, bei Schock oder Herzinsuffizienz oder nach Gabe bestimmter Medikamente (Penicillin, Ibuprofen, Ascorbinsäure). Kreatinin steigt bei der Katze meistens erst nach der Erhöhung des Harnstoffs. Ein zu niedriger Wert wird nach Hämolyse oder bei Gelbsucht beobachtet.

Harnstoff 20-65mg/dl:
Harnstoff wird von der Leber im Zuge der Verdauung gebildet und von den Nieren ausgeschieden. Er ist abhängig von der Nahrung der Katze. Ein kurzfristiger Anstieg nach proteinreicher Nahrung oder körperlicher Anstrengung ist normal. Er ist bei Niereninsuffizienz, Dehydrierung sowie bei Herzinsuffizienz, Nierentumoren, -trauma oder Harnabfluss-Störung erhöht. Der Harnstoff steigt bei der Katze stets vor dem Kreatinin.

Bilirubin (BILI) bis 0,2mg/dl:
Bilirubin ist ein Farbstoff, der überwiegend beim Abbau von Hämoglobin entsteht und den Leberwerten zugerechnet wird. Bei Gelbsucht ist Bilirubin der Farbstoff, der Haut und Schleimhäute gelb einfärbt. Das Bilirubin ist z. B. erhöht bei hämolytischen Anämien und bei Lebererkrankungen. Er gilt als einer der Verdachtswerte von FIP. Wichtig ist, dass die Probe sofort dunkel und kühl gelagert wird und möglichst umgehend untersucht wird - es wird innerhalb von wenigen Stunden durch Licht abgebaut.

Glucose (GLU) 55-120mg/dl:
Die Glucose spiegelt den Zuckergehalt des Blutes wider. Sie ist bei Katzen stark stressabhängig und erhöht sich oft allein durch die Blutabnahme beim Tierarzt. Achtung: Bei der Erstdiagnose bitte immer den Fructosaminwert mitbestimmen lassen! Stress kann die Glucosewerte stark erhöhen, obwohl die Katze keine Diabetes hat. Die Glucose ist ständig erhöht bei Diabetes, Hyperthyreose (Schilddrüsenerkrankung).

Alle Angaben wurden zusammengestellt aus Fachzeitschriften und veterinärmedizinischen Fachbüchern. Sie dienen der Orientierung des interessierten Katzenbesitzers. Eine Gewährleistung für die Richtigkeit der Angaben wird nicht übernommen. Ich hoffe dennoch, dass diese Angaben hilfreich und nützlich sein können.