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Erziehungssache

Cuma apportiert sein Lieblingsplüschtier.

Orientalen gehören ohne Übertreibung zu den gelehrigsten Katzenrassen. Ultima lernte z.B. das Apportieren ganz von allein und er ist gewiss kein Einzelfall. Viele Orientalen lernen zu apportieren, Türen zu öffnen, auf Zuruf zu kommen, auf Befehl zu sitzen oder mit Geschirr zu gehen. Viel nützlicher sind jedoch die Erziehung dazu die “grünen Mitbewohner” in Ruhe zu lassen, beim Essen nicht zu betteln, den Kratzbaum zu verwenden, Katzenklappen zu nutzen o.ä.


An den natürlichen Lebensäußerungen der Katze, also ihrem angeborenen Verhalten lässt sich grundsätzlich nichts ändern. Der Besitzer muss bereit sein zu akzeptieren, dass Katzen z.B. alle Möbel bewohnen, ihre Krallen wetzen, Spaziergänge durch ihr “Revier” tätigen...Jeder Erziehungsversuch mit dem Ziel dieses Verhalten zu unterbinden muss scheitern.

Einige Verhaltensweisen erfordern eher die Erziehung des Menschen - so z.B. sollten die Besitzer es besser unterlassen ihr Kätzchen bei Tisch zu füttern, denn ein ausgewachsener Orientale kann sehr nachdrücklich auf einmal gemachte Erziehungsfehler hinweisen, indem er sich kurzerhand selbst bedient oder zumindest lautstark auf sein Verlangen aufmerksam macht.


Während jedem Hundehalter meist klar ist, dass er seinen Welpen erziehen muss, tun das nur wenige Katzenbesitzer. Statt dessen werden sie von ihren Katzen erzogen. Katzen lernen die Welt kennen, indem sie herausfinden, welches Verhalten belohnt und damit erwünscht wird und welches nicht. Katzen sehen Belohnungen dabei z.T. anders als ihre Besitzer auch im gestohlenen Happen, im Spielen, in der erlangten Freiheit oder im Blickkontakt.

Ein typisches Beispiel - die Vorhänge! - Die Katze entdeckt ein loses Band - klettert die Vorhänge hoch - spielt damit und verunstaltet den Stoff. Sie hat Spass dabei und findet es schon daher lohnenswert dieses Spiel zu wiederholen. Der Mensch, der nun schimpfend die Katze aus dem Vorhang treibt, widmet ihr wiederum Aufmerksamkeit, die sie bei fehlendem Nachdruck nicht als Ärger erkennt, sondern als Möglichkeit sieht bei der nächsten Langeweile wieder Aufmerksamkeit zu ernten.


Zur Bewältingung diverser Erziehungsaufgaben sollte man sich grundsätzlich Gedanken zum WIE machen - genau wie beim Menschen geht die Liebe durch den Magen - dieser “Geheimnis” eignet sich besonders zur Anerziehung von Verhalten das erwünscht wird wie das Apportieren, Kratzbaum benutzen, auf Zuruf kommen usw. - Immer wenn das Kätzchen “richtig” reagiert, sollten es belohnt werden - durch ein Leckerchen oder Lob und Aufmerksamkeit.


Nicht gewünschtes Verhalten wie das schon erwähnte Anknabbern der hauseigenen Botanik lässt sich nur durch konsequente erzieherische Einwirkung ändern. Eine schlagende Hand kann das Vertrauen zum Menschen unwiederbringlich zerstören. Auch Strafen wie Schütteln, Schreien, Nasenstüber usw. lösen schnell einen Bruch in der Beziehung aus. Zur Botanik ist noch hinzuzufügen, dass das Knabbern an Pflanzen völlig normal ist und man seine teuren Orchideen... nur schützen kann, indem man ihnen den Zugang zu harmlosen Katzengras o.ä. ermöglicht. Meine Orchideen schütze ich indem ich bevorzugte Knabberstellen mit Zitronenöl einreibe - der Geruch ist den meisten Stubentigern widerlich.

Grundsätzlich gilt: alle Verhaltensweisen, die man nicht mag, sollten entweder ignoriert oder unterbrochen werden. Eine Wasserpistole und ein tiefes NEIN erfüllen diesen Zweck. Wichtiger Grundsatz ist außerdem die Unmittelbarkeit - woher soll eine Katze wissen, worauf sie diese Schimpftriade beziehen, wenn der Blumentopf schon eine Stunde vorher von der Fensterbank polterte?