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Genetik

Die Rassebezeichnungen (Burma, Singapura...) der Katzen erlauben nur in wenigen Fällen einen korrekten Rückschluss auf die Herkunft der Tiere. In den Augen einiger Züchter und Liebhaber verleiht jedoch das exotische Flair um ihre scheinbare Abstammung, dass auch die Siamkatzen umgibt, eine besondere Anziehungskraft.

Im Großen und Ganzen sind die Unterschiede der “veredelten” Artgenossen zu den “gewöhnlichen” Hauskatzen meist gar nicht so groß. Kuriositäten wie im Reich der Hunde findet man unter den Katzenrassen glücklicherweise nur sehr selten. Das liegt wesentlich in ihrer geringeren Variationbreite begründet, die sich nicht nur in ihrem Äußeren, sondern auch in ihrem Wesen offenbart.

Die breite Palette der Farben und Farbnuancen sind alle auf den körpereigenen Pigmentgrundstoff Melanin oder auf dessen Mangel (Weiß/dominant) zurückzuführen. Das Pigment tritt bei der Katze in 2 Formen auf - dem Phaeomelanin (Rotserie) und dem Eumelanin (Schwarzserie), die sich genetisch und damit auch strukturell voneinander unterscheiden. Durch ihre unterschiedliche Verteilung, Dichte und Anordnung im gesamten Fell wie auch im einzelnen Haar bewirken sie die enorme Vielfalt der Fellfarben. Die Verteilung der beiden Farbstoffe ist genetisch fixiert, ebenso wie bestimmte Erbfaktoren, die die Farbstoffbildung hemmen oder fördern und damit zu verschiedenen Variationen wie in der Silberserie, Siamzeichnung, Verdünnung...führen.

Bestimmende Gene der Pigment- und Farbvarianten : (Zur Erinnerung: Dominante Gene werden in Großbuchstaben dargestellt und rezessive Gene in Kleinbuchstaben. Ein dominantes Gen kann allein, auch wenn es nur einmal vorliegt, für die Ausprägung eines Merkmals maßgebend sein. Ein rezessives Gen jedoch muss zweimal vorliegen, um zur Ausprägung zu kommen.)

• AA, Aa = (Tabbyzeichnung - Wildfarbe modifiziert durch T-Allele) aa=Self (keine Modifikation durch T-Allele)
• AATaTa, AATatb, AATat= ticket tabby tt, ttb=mackerel tabby tbtb=blotched tabby/ classic tabby AaTat, Aa Tatb=spotted tabby
• BB, Bb, Bbi= Nicht Braun bb=chocolate (Veränderte Verteilung des schwarzen Pigments Eumelanin führt zu braun) bibi=cinnamon
• CC, Ccs =Vollpigmentierung cscs= Siam (Akromelanismus)
• DD, Dd= Nichtverdünnung dd= Verdünnung (zu bbdd=lilac und bibidd=fawn)
• II, Ii= Silberung (Melanin-Hemmung) ii=Nicht-Silberung
• Ss= Weißscheckung (Ss ist Bicolor oder Tricolor, ca. 1/3 Weißscheckung - SS ist Harlekin und Van, großer ca. 2/3 Weißanteil) ss=Nicht-Scheckung
• Ww=Weiß (epistatisches ) ww=Vollpigmentierung
• xx=Katze nicht rot xy=Kater nicht rot
• xxo= Katze tortie xoxo=Katze rot ddxoxo=Katze creme ddxox=Katze creme tortie
• xoy=Kater rot ddxoy=Kater creme

Bestimmende Gene der Fellstruktur:
• SaSa, Sasa= Normalhaar sasa=Seidenhaar
• LL, Ll= Kurzhaar ll= Semilanghaar (Balinese, Javanese)

Beispiel für Genotypen:
Mindara A´Bria Chani

• Chocolate spotted tabby OKH weiblich: AaTatbbiCcsD?Ll

• Chani trägt aufgrund ihres Vaters (AaTatbibicscsDdll) definitiv cinnamon, den Siamfaktor und das Langhaargen, auch wenn dieses phänotypisch nicht zu erkennen ist. Ebenfalls vom Vater stammt das Tabby. Ihre Mutter ist eine Ebony (aaBbCCDDLL), also muss Chani heterozygot für die Tabbyzeichnung sein. Eigentlich ist Genetik - zumindest bis hierher - sehr einfach!

verwendete Literatur zu den allgemeinen Abkürzungen der Allele:
• Dagmar Thies - Rassekatzen züchten. Kosmos-Verlag1997.

Dies stellt ein Erbgangsdiagramm dar, mit dessen Hilfe man die Kombination der Gene verfolgen kann - hier am Beispiel des Maskenfaktors. Es besteht eine statistische Wahrscheinlichkeit von 75% Nachkommen ohne Maskenzeichnung und 25% für Nachkommen mit Siamzeichnung, wenn beide Eltern heterozygot sind für den Maskenfaktor.

Richtig interessant wird´s aber erst, wenn man die Kombination von mehreren Genen verfolgt. In diesem Kreuzungsquadrat können 2Merkmale und ihre zugehörigen Gene verfolgt werden. Es ist leer, damit man sich selbst den Spass machen kann und die interessierenden Gene nach dem Druck eintragen kann. In die äußeren Quadrate gehört der bekannte Genotyp z.B. bbdd oder BbDd (falls auch die rezessiven Gene bekannt sind) - wenn nicht schreibt man B*D*. Beachtet, dass immer für jedes Merkmal nur eine Erbanlage (Allel) in die runden “Geschlechtzellen” gelangt. Dieses Kreuzungsquadrat wird nur bei nicht gekoppelten Genen verwendet!