Catsonline

Zuchttiere

Infos und Tips

Startseite Impressum Kontakt

Erbfehler

Beim Kreuzungsschema mit 2 unterschiedlichen Merkmalen kann man feststellen, dass bei der Verpaarung zweier mischerbiger Eltern neue Phänotypen auftreten. Diese entstehen aber nicht dadurch, dass sich die Erbanlagen selbst geändert haben, sondern weil Erbanlagen der Eltern neu kombiniert wurden. Rezessive Gene können nur bei Reinerbigkeit deutlich werden.

Manchmal treten aber (im Hinblick auf Defekte oft glücklicherweise nur vereinzelt) Tiere mit gänzlich neuen Merkmalen auf. In diesen Fällen war offensichtlich die Erbinformation verändert worden. Eine solche Veränderung im Erbbild eines Organismus bezeichnet man als Mutation. Sehr bekannt sind z.B. die Blutformen einiger Pflanzen, die auf derartige Mutationen zurückgeführt werden. Sie beruhen auf der Veränderung von Genen, die für die Produktion von Farbstoffen verantwortlich sind. Es sind Genmutationen. Mutationen können auch darin bestehen, dass die Struktur von Chromosomen verändert wird, oder die Anzahl der Chromosomen bei der Keimzellbildung verändert wurde (Trisomien).

Bild: Megaosophagus

Mutationen verändern die Gene ungerichtet, d.h. zufällig. Meistens rufen sie Schäden hervor, ganz selten kann es sich auch günstig auswirken. All diese Mutationen treten scheinbar spontan auf, ohne dass Elterntiere oder andere Vorfahren phänotypisch betroffen sind/waren. Vielfach betreffen die Mutationen ein rezessives Gen, so dass sie erst wirksam werden, wenn sie reinerbig auftreten. Eine Verpaarung, bei der kranke Tiere geboren werden, sollte nicht wiederholt werden, da die Möglichkeit besteht, dass beide Eltern Träger einer solchen Mutation sind. Leider sind die zukünftigen Partner nicht auf derart rezessive Gene testbar, so dass dem Züchter in der Konsequenz nichts anderes übrig bleibt, als die entsprechenden Elterntiere aus der Zucht zu nehmen - je nachdem wie verbreitet die Mutation ist.

Ein Beispiel:

In erster Linie wird das Schielen (der berühmte Silberblick) bei Maskenkatzen wie den Balinesen und Siamkatzen beobachtet. Es beruht auf einer teilweisen bis völligen Lähmung der Augapfelmuskulatur. Man vermutet ein autosomal rezessiv vererbtes Gen (sq von engl. squint) als Ursache (Strabismus convergens). Aufgrund der Häufigkeit ist es fast unmöglich das Schielen heraus zu züchten, weil man den Elterntieren die Trägerschaft nur bei Reinerbigkeit ansieht. Verpaart man einen “Schieler” mit einem “Nichtschieler” wäre die “beste Prognose”, dass alle Jungtiere lediglich Träger des Defektes sind. Ist der Partner des “Schielers” jedoch ebenfalls Träger des defekten Gens besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50% “Schielern” und 50% “Trägern”. Dies gilt wenn tatsächlich ein rezessiver Erbgang vorliegt - umso schwieriger wird es allerdings dadurch, dass auch Heterogenie vorliegen könnte, d.h. das Schielen könnte ein sogen. polygenes Schwellenmerkmal sein womit gleich mehrere Gene verantwortlich wären.

Das Schielen ist ein verhältnismäßig harmloser Defekt - schlimmer wird es, wenn es zu den Erbfehler kommt, die Herzversagen etc. verursachen. Zum Glück sind hier die Häufigkeiten (auch hinsichtlich der Trägerschaft) meist wesentlich geringer - zumal hier auch nicht immer nur ein Gen, sondern manchmal auch die Kombination bestimmter Gene zum Escheinungsbild führt.